Du bist nicht zu viel – du bist nur ungewohnt echt
- 21. Mai
- 1 Min. Lesezeit
„Sei doch mal realistisch.“
Kennst du.
Ist ein schöner Satz.
Klingt vernünftig. Klingt erwachsen.
Und hält dich erstaunlich zuverlässig klein.
Denn „realistisch“ heißt oft:
Bleib im Rahmen. Denk nicht zu groß. Mach es dir nicht zu unbequem.
Kurz gesagt:
Pass dich an.
Und wenn du das lange genug machst, passiert etwas Merkwürdiges:
Du hältst dich selbst für zu viel.
Zu laut. Zu klar. Zu direkt. Zu ambitioniert.
Dabei ist die Wahrheit deutlich einfacher:
Du bist nicht zu viel.
Du passt nur nicht mehr in das gewohnte Maß.
Und ja, das hat Konsequenzen.
Wenn du größer denkst, wirst du anecken.
Wenn du klar sprichst, wirst du triggern.
Wenn du gehst, während andere noch diskutieren…
wird man dich hinterfragen.
Nicht, weil du falsch liegst.
Sondern weil du dich bewegst.
Und Bewegung verunsichert die, die stehen bleiben wollen.
Das ist kein Fehler.
Das ist der Preis für Entwicklung.
Und jetzt kommt der Teil, der Mut braucht:
Du darfst dich entscheiden.
Weiter angepasst, aber anerkannt.
Oder echt - und damit nicht für alle bequem.
Beides gleichzeitig geht nicht.
Aber eines davon bringt dich zu dir zurück.
Und falls du dich fragst, ob sich das lohnt:
Es gibt kaum etwas Ruhigeres, als mit sich selbst im Reinen zu sein.
Auch wenn es außen manchmal lauter wird.



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